Mineralquellen in Marienbad

Die Stadt Marienbad ist vor allem dank ihrem Kurbad und den natürlichen Mineralquellen bekannt. In und um Marienbad entspringen etwa 100 Mineralquellen mit Anteilen an Kohlendioxid und Mineralsalzen, von denen 53 Quellen gefasst und genutzt werden. Es handelt sich hierbei um kalte, eisenhaltige mineralische Wasser unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung.

Das Kurbad in Marienbad hat in der Tschechischen Republik eine lange Tradition. Die Kur basierte hier immer auf modernen medizinischen Methoden und wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wirkung natürlicher Quellen, also des Gases, des Mineralwassers und der Peloide (Schlamm, Torf, Moor).

Lázeňství

Hier ließen sich bereits Könige, Komponisten und große Denker betreuen. Sie wussten warum. Hier wird ein breites Spektrum an Krankheiten behandelt, und das alles unter der Aufsicht eines fachlich geschulten Spitzenpersonals. Viele Gäste besuchen das Marienbad überdies regelmäßig  als Vorbeugung. Ein beachtlicher Teil der Behandlungen ist auf die Nutzung des natürlichen Kohlendioxids ausgerichtet, welches ohne weiteres als der natürliche Reichtum dieses Ortes angesehen werden kann. Es gibt sogar Kuren, die Sie lediglich in der malerischen Kulisse dieser Kurstadt ausprobieren können. Marienbad zählt zu den Kurstädten mit der größten Anzahl an Anwendungen in der Tschechischen Republik. Das liegt daran, dass in einem relativ kleinen Gebiet der Stadt viele Quellen mit einer chemisch sehr unterschiedlichen Zusammensetzung entspringen. Auf dem Gebiet der Tschechischen Republik liegt die Besonderheit von Marienbad vor allem in der Behandlung von Harnwegserkrankungen.

 Behandlungsschwerpunkte

  • Erkrankungen des Bewegungsapparats
  • Nieren- und Harnwegserkrankungen
  • Atemwegserkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Gynäkologische Erkrankungen
  • Onkologische Erkrankungen
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes

 

Minerallquellen

In Marienbad entspringt kaltes, kohlensäurehaltiges Mineralwasser mit einer Temperatur von 8-10°C, welches bei verschiedenen Behandlungen genutzt wird – insbesondere bei der Trinkkur und bei Kohlensäurebädern. Das in diesen Quellen enthaltene Kohlendioxid wird für Gasbäder und Gasspritzen verwendet. Schwächer mineralisches Wasser wird abgefüllt und als Tafelwasser verkauft.

Peloide
 Peloidy
Hierbei handelt es sich um für Behandlungszwecke aufbereiteten Torf. Er wird für  Heilumschläge und Heilwickel verwendet.

Die am häufigsten eingesetzten Heilquellen

 

Augustinquelle und Edwardquelle

Beide Quellen verlaufen zur Hauptstraße, der Hlavní třída, und direkt vor das Hotel Cristal. Ihr Wasser wird in der Nähe der Ferdinand-Kolonnade aus einer Tiefe von zirka 70 Metern entnommen. Die chemische Zusammensetzung dieses stark mineralisierten, natürlichen und kalten Quellwassers basiert auf Hydrogencarbonat, Schwefel und Natrium. Außerdem weist dieses mineralische Wasser einen hohen Kalzium, Magnesium- und Eisengehalt auf.

Hilft bei der Behandlung folgender Erkrankungen:

  • neutralisiert den Magensaft
  • senkt Übersäuerung
  • verbessert die Gewebssensibilität auf Insulin
  • Verstopfung – verbessert die Darmtätigkeit
  • Divertikulose
  • effektiv bei Harnwegsinfektionen
  • Urolitiasis
  • harntreibende Wirkung
  • Gicht
  • Zustand nach urologischen Operationen

 

Waldquelle
Lesní pramen
Die Waldquelle befindet sich im Park hinter dem Theater. Sie finden sie im klassizistischen Pavillon beim Bach Třebízký potok. Es handelt sich hierbei um Mineralwasser, das eine große Menge an Bicarbonaten und Natrium enthält. Es wirkt mukolytisch, was bedeutet, dass es die Atemwege vom Schleim befreit. Das Hauptproblem der chronischen Bronchitis ist, dass die Patienten nicht abhusten können und genau dabei hilft ihnen die Waldquelle. Patienten, die neben der Bronchitis noch an Bluthochdruck leiden oder Herzprobleme haben, dürfen keine großen Mengen Wasser von der Waldquelle zu sich nehmen. Diese Gäste nutzen die Waldquelle in erster Linie in Form von Inhalationen. Mithilfe der Waldquelle können Harnsäuresteine aufgelöst werden, wobei hierbei Vorsicht geboten ist, denn die anderen Nierensteine wachsen wiederum. Die Waldquelle ist außerdem für Patienten geeignet, die Magenprobleme haben, insbesondere für jene, die an erhöhten Säurewerten im Magen leiden.

Hilft bei der Behandlung folgender Erkrankungen:

  • Atemwegserkrankungen
  • Nieren- und Harnwegserkrankungen
  • Krankheiten des Verdauungstraktes

 

Kreuzquelle
cristal_palace-5725

Die Kreuzquelle ist die älteste Quelle des Marienbades. Sie befindet sich im Pavillon der Kreuzquelle auf der Kolonnade. Dr. Nehr, der Marienbad für die Welt des Kurwesens entdeckt hatte, nutzte für seine Therapien vor allem die Kreuzquelle. Diese Quelle hat sehr salzhaltiges und stark mineralisiertes Wasser. Es enthält 10 Gramm Mineralsalz pro Liter. Die Kreuzquelle kommt bei Erkrankungen der Gallenblase, der Leber, der Speicheldrüse und insbesondere auch bei Verstopfung zum Einsatz. Patienten mit Blutdruck- und Herzproblemen müssen die Nutzung der Kreuzquelle immer mit ihrem Arzt besprechen, denn dieses stark salzhaltige Wasser hält das Wasser im Körper zurück und ist somit bei Hypertonie und Herzproblemen nicht geeignet.

Hilft bei der Behandlung folgender Erkrankungen:

  • Krankheiten des Verdauungstraktes
Rudolfquelle
 Rudolfův pramen

Die Rudolfquelle befindet sich im Pavillon der Rudolfquelle in Úšovice und im Pavillon der Kreuzquelle auf der Kolonnade. Hierbei handelt es sich um vollkommen einzigartiges Mineralwasser. Es ist allgemein bekannt, dass die Rudolfquelle in erster Linie bei entzündlichen Harnwegserkrankungen verwendet wird. Das Wasser der Rudolfquelle enthält große Mengen Kalzium sowie Magnesium, jedoch nur wenig Natrium. Dieses Wasser ist sehr geeignet für die Behandlung älterer Patienten, denn der hohe Kalziumgehalt hat eine gute Wirksamkeit bei Osteoporose. Magnesium wirkt sich ausgezeichnet auf die Arbeit der Nerven-, Herz- und Muskelzellen aus und ist ein natürliches Antioxidans. Der geringe Natriumgehalt hat jenen Vorteil, dass kein Wasser im Körper zurückgehalten wird. Die Rudolfquelle wurde in der Vergangenheit vor allem bei Nierenerkrankungen vorgeschrieben.

Hilft bei der Behandlung folgender Erkrankungen:

  • Nieren- und Harnwegserkrankungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats
Karolinaquelle
 Karolinin pramen
Die Karolinaquelle finden Sie in den Pavillons der Karolinaquelle und der Kreuzquelle auf der Kolonnade. Bei der Karolinaquelle handelt es sich um Mineralwasser, das große Mengen Magnesium enthält, jedoch weniger als die Rudolfquelle. Die Karolinaquelle enthält außerdem auch 2,5-mal mehr Natrium als die Rudolfquelle. Die Karolinaquelle, die zu Zeiten Nehrs als die Neue Quelle bezeichnet wurde, wurde Ende des letzten Jahrhunderts erneut auf die Kolonnade geleitet. Die Karolinaquelle kommt vor allem bei Patienten mit urologischen Problemen zum Einsatz, sowie bei Nierensteinen, insbesondere wenn die Zusammensetzung dieser Steine unbekannt ist.

Hilft bei der Behandlung folgender Erkrankungen:

  • Nieren- und Harnwegserkrankungen

 

Ambrosiusquelle
Ambrožův pramen
Die Ambrosiusquelle finden Sie im Park unter dem Hotel Centrální Lázně. Bei der  Ambrosiusquelle handelt es sich um normales Sauerwasser mit hohem Eisengehalt. Früher wurde es vor allem bei Anämien eingesetzt, die aufgrund von Eisenmangel entstehen. Heutzutage gibt es verschiedene Tabletten und gegebenenfalls auch Spritzen gegen Anämie, weshalb die Ambrosiusquelle nicht mehr so stark genutzt wird. Diese Quelle ist bei Phosphatnierensteinen sehr geeignet. Mit der Ambrosiusquelle ist eine sehr interessante Tradition verbunden, es wird gesagt, dass Goethe bei seinen Aufenthalten im Marienbad häufig und regelmäßig aus der Ambrosiusquelle getrunken hat. Zu dieser Zeit erfuhr Goethe die letzte Liebe seines Lebens mit Ulrike von Levetzow. Die Legende besagt, dass Goethe in dieser Zeit eben dank dieser Kur voller Kraft und Energie war. Daher bezeichnen die aus englischsprachigen Ländern zu uns reisenden Gäste diese Quelle als Spring of Love, die Deutschen nennen sie die Quelle der Liebe, die Russen sagen Istochnik ljubi und auf Tschechisch heißt sie Pramen lásky. Und deshalb trinkt derjenige, der sich in Marienbad verlieben möchte, aus der Ambrosiusquelle.

Hilft bei der Behandlung folgender Erkrankungen:

  • Nieren- und Harnwegserkrankungen

 

Ferdinandquelle

Ferdinandův pramen1.jpg

Die Ferdinandquelle befindet sich auf der Kolonnade der Ferdinandquelle in Úšovice. Diese Quelle ist sehr stark mineralisiert, ihr Wasser enthält mehr als 10 Gramm Mineralsalz pro Liter. Dieses ist so salzhaltig, dass es in der Vergangenheit für die Produktion von Verdauungssalz, dem sogenannten Tepler bzw. Marienbader Salz, verwendet wurde. Heutzutage wird ebenfalls mit dessen Verwendung gerechnet. Für die Trinkkur darf dieses Quellwasser lediglich mit ärztlicher Zustimmung verwendet werden.

 

Hilft bei der Behandlung folgender Erkrankungen:

  • Krankheiten des Verdauungstraktes