Royal Golfplatz Marienbad

Im Jahre 1905 wurde der Marienbader Golfplatz mit neun Löchern nebst eines Clubraums auf dem Spielplatz ( Zádub Nr. 170 ) eröffnet. Der Golfplatz wurde in Zusammenarbeit mit dem Golf-Pro Robert Doig aus Musselburgh in Schottland gebaut. Damit wurde den Wünschen der örtlichen Hoteliers und des Gemeinderats von Marienbad endlich Rechnung getragen, da immer mehr Kurgäste aus den westlichen Ländern einen Golfplatz vermissten. Die Begeisterung der englischen und amerikanischen Kurgäste für den neuen Golfplatz war deshalb unbeschreiblich. Der englische König und der englische Gesandte in Wien wurden Mitglieder des Golf Clubs und leisteten ihren finanziellen Beitrag. Vom 1. Juni 1905 an wurde auf den 9 Löchern gespielt, obwohl der Clubraum noch nicht fertiggestellt war. Erst am Nachmittag des 21. August 1905 fand die offizielle Eröffnung des Clubraums in Anwesenheit des englischen Königs Edward VII. feierlich statt. Der König spendete auch die Hauptpreise für das an diesem Tag laufende Turnier. Die in Englisch geschriebene geschriebene Gedenktafel auf dem Golfplatz erinnert auch an diese Eröffnungsfeier. Der ursprüngliche Golfplatz hatte zunächst lediglich 9 Löcher. Folgendes wurde in den Chroniken darüber erwähnt: „ … Der Golfplatz ist ein toller Naturpark von 45 Hektar auf einigen unfruchtbaren und nassen Mooren“. Da das Interesse am Golfsport ständig wuchs, wurde der Platz im Jahr 1923 um weitere 9 Loch erweitert.

Auf der Österreichischen Ausstellung 1906 in London, auf der Marienbad einen eigenen Stand hatte, wurde auch ein plastisches Modell des neuen Golfplatzes präsentiert. Es sorgte bei den interessierten Besuchern für ungeheures Aufsehen und bescherte dem Golfplatz nachfolgend einen regelrechten Ansturm ausländischer Gäste. Viele der Wettspiele konnten veranstaltet werden, bei denen SM König Edward VII. höchstpersönlich wertvolle Preise stiftete. Immer mehr englische Kurgäste – insbesondere die elegante Damenwelt – besuchten den Golf Club regelmäßig. Auch der damalige britische Schatzkanzler (1908-1915) und spätere Premierminister (1916-1922) David Lloyd George (1863-1945) kam als Besucher, wie auch sein Freund Lord Reading.

In den 30-er Jahren spielte auch der überragende englische Professional Henry Cotton in Marienbad und stellte dabei den Platzrekord mit 68 Schlägen auf 18 Loch auf und unterspielte damit die Platzvorgabe von 70. Ebenso wirkte der bekannte englische Golflehrer Lees hier. Er kam auch noch in den 60-er Jahren – das letzte Mal 1983. Schon bald wurde der Marienbader Golfplatz von vielen als der schönste auf dem Kontinent empfunden. Seine Pflege war ohne Tadel und seine sportlichen Herausforderungen genügten auch den anspruchsvollsten Ambitionen leidenschaftlicher Golfer. Der Golf Club hatte natürlich auch als gesellschaftlicher Treffpunkt höchsten Niveaus eine bemerkenswerte Anziehungskraft für das Publikum. In der Saison fanden regelmäßig Turniere statt, die selbstverständlich mit attraktiven Preisen dotiert wurden. Die Golflehrer standen interessierten Kurgästen gerne zu Verfügung und natürlich war auch eine gute Verbindung von der Stadt zum Golfplatz durch Taxen und Busse gewährleistet.

Der Gedenkstein für König Edward VII. wurde im Sommer 1934 enthüllt. Er trägt ein Relief mit dem Portrait Seiner Majestät.  Edward VII.  besuchte als „Prince of Wales“ ab 1897 wiederholt  unsere schöne Stadt – 1903 kam er zum ersten Mal als neu gekrönter König. Insgesamt kurte er neunmal in Marienbad – das letzte Mal 1909 kurz vor seinem Tod. Zu Beginn seiner Besuche wohnte er ein einziges Mal im Hotel Klinger, danach die anderen acht Male im Hotel Weimar. Auch der berühmte englische Schriftsteller und Nobelpreisträger für Literatur von 1907, Rudyard Kipling (1865-1936) besuchte den Marienbader Golfplatz zweimal. Sein zweiter Aufenthalt fällt in sein letztes Lebensjahr – 1935. Im August 1935 kam er mit Frau und Tochter in das Kurbad und weilte für 32 Tage im Hotel GOLF. Kipling war vom Golfplatz so begeistert, dass er dem Golf Club als Mitglied beitrat.

Die Krönung der Saison 1935 waren drei Meisterschaften, die alle auf dem Golfplatz in Marienbad ausgetragen wurden. Die Offenen Tschechoslowakischen Meisterschaften im Zählspiel, an der die besten europäischen Professionals teilnahmen, wurde zum ersten Mal in der Geschichte des tschechischen Golfsports veranstaltet. Es siegte der Schotte Mark Seymour vor dem Engländer Arthur Lee, der als ehemaliger Pro unseres Clubs die Platzverhältnisse in Marienbad bestens kannte. Dritter wurde der legendäre Henry Cotton, der Sieger der British Open 1934. Von den Amateuren platzierte sich der Engländer H.C. Bentley am besten. 1937 fand die Offene Meisterschaft abermals in Marienbad statt. 18 Pros und 14 Amateure waren zum Wettspiel gemeldet. Unter den angemeldeten Spielern war erneut der britische Pro Henry Cotton, der 1937 die British Open zum zweiten Mal gewonnen hatte und der für den weltbesten Golfspieler gehalten wurde. Er siegte auch dieses Mal in Marienbad und festigte damit seinen Ruhm.

Der Golfplatz konnte nur mit unermesslichen Mühen und Anstrengungen aller Mitglieder über die nächsten 50 Jahre gerettet werden – und deshalb ist es besser, sich an hellere Zeiten zu erinnern. Nach 1968 gelang es unserer Nationalmannschaft an einigen internationalen Meisterschaften teilzunehmen. Der Kader setzte sich überwiegend aus Mietgliedern unseres Clubs zusammen. In den 70er und 80er Jahren hatte der Golf Club Marienbad dadurch lediglich bei offenen internationalen Meisterschaften Kontakt zum übrigen europäischen Golfsport. Das erste bedeutsame Ereignis in der Nachkriegszeit war die Europäische Junioren-Mannschaftsmeisterschaft 1978. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie gleichzeitig die größte Veranstaltung in der Geschichte des tschechischen Golfsports. Es war überhaupt das erste Mal, dass ein derartiger Wettbewerb in einem Ostblockland ausgetragen wurde. Im Rahmen der Vorbereitungen auf diese Meisterschaft wurden Loch Nr. 2 und Loch Nr. 3 umgestaltet. Während dieses Wettspiels trafen wir zum ersten Mal mit jungen Spielern zusammen, die auch am Turnier PGA European Volvo Tour teilnahmen. Einer dieser Golfspieler, Roman Rafferty, beendete das Turnier mit einem geteilten dritten Platz.

Das erste historische Ereignis in der Nachkriegszeit war für den Marienbader Golf Club 1978 die Europäische Junioren-Mannschaftsmeisterschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt war es auch das bedeutendste Ereignis in der Geschichte des tschechischen Golfsports. Es war überhaupt das erste Mal, dass ein derartiger Wettbewerb in einem Ostblockland veranstaltet werden konnte. Im Rahmen der Vorbereitung dieser Meisterschaft wurden Loch Nr.2 und Loch Nr.3 umgestaltet. Beim Turnier trafen sich zum ersten Mal junge Spieler, die dann Jahre später auch an der PGA European Volvo Tour teilnahmen. Einer dieser Spieler, Roman Rafferty beendete seine Teilnahme an der PGA Volvo Tour 1995 in Marienbad mit einem geteilten dritten Platz.